Rio, ich war’s nicht
Wer zu uns zweimal zu Besuch kommt soll auch beim zweiten Mal neue Erlebnisse gewinnen, dachten wir und planten mit Baba ein wenig herumzureisen. Nach ein paar Tagen im warmen Nordosten sind wir nach Rio de Janeiro geflogen für ein verlängertes Wochenende um dann ins Landesinnere zu fahren. Rio in vier Tagen ist nicht einfach, aber wir konnten trotzdem einiges integrieren: Drei Nächte in einer grossen Favela, Nachtleben in Copacabana und traditionelles Essen mit Bohnen und Reis.
Leider verhinderten brennende Busse und Schiessereien zwischen Drogenbanden unsere Busfahrt durch Cidade de Deus zum Haus meiner neuen Schwägerin. Trotzdem kann man dieses Wochenende als „eher erlebnisreich“ bezeichnen.
Auf jedenfall geht es uns allen gut (danke für die Nachfrage) und wir haben es nach einer langen Busfahrt über Nacht hierher geschafft, wo der Frieden herrscht. Sofort nach Ankunft ging’s zum Nachbarn, der uns ein glückliches Schwein verkaufte, das kurz nach dem nicht ganz so friedlichen Kennenlernen ohne Innereien stolze 93 kg wog. Dies wird uns in den nächsten Wochen füttern.
Um heute den Appetit anzuregen wurde schon ein wenig Hirn und Leber serviert und bald gibt’s die erste grosse Mahlzeit, zum Dessert dann Schweizer Schokolädchen mit Matterhorn-Bildern. En Guete.
Wir hatten/haben 5 Tage in Peking – das reicht auch nirgends hin. Man sieht natürlich all den oberflächlichen Glanz und wenn man will das abendliche Gewühl in den Hutongs – und schon muss man wieder auf den Zug.
Allerdings könnte ich hier einen brennenden Bus brauchen – wir frieren etwas. Waren das die von Tagi erwähnten Schiessereien in denen u.a. ein Polizeiheli runtergeschossen wurde oder war das business as usual in der Stadt?
.-= Sam´s last blog ..Tiananmen =-.
Sam ist der erste zu reagieren! Aber aus Beijing hast Du ja einen Breitengradvorteil. Not fair!
.-= greyowl´s last blog ..Was andere sagen =-.
so gut, Arto, dass du deine finger nicht im Spiel hattest!
Einen brennenden Bus oder einen sterbenden Schwein zu schauen – welches ist spannender?
und der Schwein scheint jetzt das Schwein zu sein :)!
Im Total war ich schon ein paar Wochen in Rio gewesen und kenne nur einen Bruchteil. Was natürlich hilft ist, wenn man Locals kennt. In einem Tag mit Locals sieht man mehr als in einem Monat alleine unterwegs. Meine Lady hat ein paar Jahre in Rio gewohnt und es leben ein paar Familienmitglieder dort verstreut. Wer die Chance hat mit Bekannten eine Stadt zu erforschen: Bitte tu’s!
@Sam: Ich würde auf daily Business wetten, ausser dass durch die noch frische Wahl für die Olympiade 2016 das Medieninteresse weltweit viel grösser ist. Täglich sterben dutzende in den Favelas von Rio. Entweder durch die Polizei oder andere Banden, die ebenfalls mit Drogen und Waffen handeln.
@Riitta: Ich bevorzuge aus egoistischen Gründen das Schwein, weil ich mich weniger bedroht fühle. Trotzdem war es kein schöner Anblick, weil die Auswahl an Tools etwas beschränkter ist. Wer ein Schwein isst, soll auch eines sterben sehen können. Stimmt das? Und hier wird wirklich das ganze Schwein gegessen. Gestern gab’s schon mal home-made Blutwürste… 🙂
Schweinhirn, Leber,Huhnfüsse … einmal in der Schweiz kannst du dann wieder alles essen! Gute Uebung für alle, die heikel am Essen sind. Vocês recomenda?
Also so heikel bin ich beim Essen auch wieder nicht, oder? Habe hier in Brasilien schon eigenartige Sachen gegessen, aber dass ich zurück in der Schweiz sogar Sauerkraut esse, das bezweifle ich trotzdem…. 🙂
oh dear me, so habe ich es aber gar nicht gemeint! Habe falsch formuliert, sorry! Du bist nicht heikel – das weiss ich ja aus eigener Erfahrung :), aber ich kenne hier in der Schweiz schon einige sehr heikle Leute, die tatsächlich Schweinhirn und Insekten bräuchten. Aber wenn du in die Schweiz kommst, findest du nichts, das du nicht essen könntest! Sauerkraut könntest du auch abeschlucken, wenn die Situation kritisch wird. Ich selber kann ganz gut ohne Kutteln leben.
Zwei Dinge machen mich hier mehr oder weniger traurig:
„Entweder durch die Polizei oder andere Banden, die ebenfalls mit Drogen und Waffen handeln.“
und:
„dass ich zurück in der Schweiz sogar Sauerkraut esse, das bezweifle ich“
was meinsch, Sam, mit dem?